Weihnachtslieder auf Bantu gesungen - Solistin Bridget Juma-Dotzer aus Sambia beim Gesellschaftsclub Concordia in St. Konrad
Unter der Leitung von Dieter Chevalier sang der Chor aus dem Amerikanischen eingedeutschte Klassiker wie »Weißer Winterwald« und »Glöckchen läut« ebenso wie Volkstümliches mit »Heilige Zeit«, »Auf, auf ihr lieben Schäfer«, »Hell vom Turm die Glocken künden« und das in Hösbach entstandene »Sterne, Sterne der heiligen Nacht«.
Die in leuchtend rote Westen gekleideten Männer der Concordia überzeugten mit ihrer deutlichen Aussprache und folgten ihrem Dirigenten mit exakten Einsätzen und deutlichen Phrasierungen.
Organist Karsten Schwind eröffnete das Konzert mit »Gelobet seist Du, Jesus Christ« von Johann Sebastian Bach und steuerte mit Dietrich Buxtehudes Präludium und Fuge in d-Moll ein gekonnt vorgetragenes Werk bei. Im Präludium fulminant, in der Fuge den Raumklang betonend, die Übergänge glänzend herausarbeitend, brachte Schwind die Musik des Barockkomponisten dem Publikum näher.
Alphörner von der Empore
Von der Empore herunter war der Klang des Trennfurter Alphorn-Trios ein Erlebnis: warm und weich, harmonisch, jubilierend und mit sattem Klang. Aus der befreundeten Melomania Obernau entstammen die Ensembles Melo Brass und Windspiel. Horst Grimm leitet das fünfköpfige Blechbläser-Ensemble Melo Brass, das schwungvoll und akkurat, stilistisch sicher und temperamentvoll agierend den Höhepunkt des Abends lieferte.
In einer Bearbeitung von Horst Grimm bot das Ensemble ein einfallsreich arrangiertes, präzise vorgetragenes »Rudolf the Red-nosed Reindeer«, das Lust auf mehr in dieser Art machte. Dvoraks Thema aus der »Neuen Welt« brachte die Brass Band in gelungener Interpretation, »The first Noel« und »Ding Dong Merrily on High« wurden zügig mit anspruchsvollem Arrangement vorgetragen.
Windspiel nennen sich die Klarinettisten Klaus Wombacher, Kristina Brand und Karin Bramm, die mit genauem Zusammenspiel eine wundervolle Klangvielfalt erzeugen. Fröhlich und beschwingt, zart, verträumt und leise - immer fanden sie den Zugang zu den Arrangements, die sich der Kompositionen Mendelsohn Bartholdys, Sear-Willis‘, Percy Halls und Peter Seegers annahmen.
Ohne Pathos
Mit viel Applaus bedachte Solistin des Adventskonzerts war Bridget Juma-Dotzer aus Sambia, die in ihrer Muttersprache Bantu »Lass uns den Herrn anbeten« und »Mein Herr ist geboren« vortrug. Beeindruckend, wie diese zierliche Frau so ganz ohne Pathos a capella ihre melodiösen Weisen anstimmte, unangestrengt, fast leise und doch bis zum letzten Platz deutlich vernehmbar. Eine ausdrucksstarke, modulationsfähige und mit großer Bandbreite ausgestattete Sopranistin, deren Auftritt alleine schon den schneeglatten Aufstieg zur St.-Konrad-Kirche belohnte.
Der Spendenerlös und der Verkauf von Kinderpunsch, Glühwein und Bratwurst im Anschluss vor der Kirche war der Pfarrjugend von St. Konrad zugedacht zur Wiederbeschaffung eines Zelts. Als Dank dafür, dass Pfarrer Charles Kelly zum zehnten Mal das Adventskonzert moderierte, erhielt der Ire aus den Händen von Franz Weigel, der die Gesamtleitung inne hatte, ein grünes Messgewand.
Bernd Bauer, aus dem Main-Echo vom 22.12.2009