Konzert: Adventsmusik in voll besetzter Obernauer St.-Peter-und-Paul-Kirche - Erlös für neues Kirchendach
Aschaffenburg »Auf Weihnachten zugehen, egal ob mit langsamen oder schnellen Schritten, das ist Advent«, so Obernaus Pfarrbeauftragte Karin Farrenkopf-Párraga. Am besten gelinge dies musikalisch. Beim Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Peter und Paul waren dann auch zahlreiche musikalische Talente zu bewundern, die das Weihnachtsfest mit ihren Werken ein Stück näher brachten.
Die Kirchenbesucher in weihnachtlich-winterliche Stimmung zu versetzen, das schaffte die Mandolinengruppe des Wandervereins unter Birgit Pezza gleich zu Beginn mit Bravour. Schon nach den ersten Takten ihres Potpourris aus bekannten Weihnachtsliedern ließen zarte Saitenklänge den Zauber von Hirtenromantik in einer schneegezuckerten Weihnachtslandschaft entstehen.
Wiegenlied und Klassik
Diese Stimmung setzte sich fort in den leisen Tönen, die Regina Brinck und Luitgard Hößbacher auf ihren Blockflöten und Felix Bitzer, Fabian Maier und Andreas Kreß auf ihren Gitarren mit einem Wiegenlied und klassischen Stücken von Haydn und Carulli hervorzauberten. Die Völker feiern auf vielfältige Art Weihnachten und so abwechslungsreich sorgte auch der Musikverein Melomania für vorweihnachtliche Gefühle.
Alpenländisch-beschaulich kam die Hirtenmusik der von Klaus Wombacher angeführten Klarinettengruppe daher. Auf einer rasanten Fahrt mit dem Weihnachtsschlitten, dem »Rudolph, The Red Nosed Reindeer« vorgespannt war, ging es mit der Jugendkapelle »Sniggers« und ihrer Leiterin Karin Sebesta am Zügel zu einer amerikanischen Christmas-Party.
Mit »Reflections Of This Time« vereinigten sich schließlich alle Musiker unter der Stabführung von Horst Grimm zu einem großartigen Weihnachtshymnus des 21. Jahrhunderts. Vier Formationen des Gesangvereins Harmonie begaben sich mit den Konzertbesuchern auf den Weihnachtsweg.
Wichtiger Wegbereiter war Hubert Stripp, der sowohl das Männer-Doppelsextett mit seinen herrlichen raumfüllenden Bass- und Tenorstimmen als auch den Kinderchor mit Weihnachtsliedern aus Romantik und der Welt der Popmusik zu höchsten Leistungen animierte. Erstaunlich war das hohe Niveau der jungen Nachwuchssänger zwischen drei und 15 Jahren: Hier glänzten junge Solistinnen im musikalischen Dialog mit den Chorsängern.
Glanzpunkt Abendsegen
Die Darbietungen der »Harmonie-Singers« und des gemischten Chors unter Toni Junker setzen weitere Glanzpunkte. Besonders gelungen war Humperdincks Abendsegen aus der Oper »Hänsel und Gretel«.
Musik ist eine Gottesgabe, heißt es, und so genossen es die Konzertbesucher in der voll besetzten Pfarrkirche, sich von ihrem zuvor vielfach besungenen himmlischen Vater reich beschenken zu lassen. Gleichzeitig revanchierten sie sich auf irdische Weise mit Scheinen und Münzen, um im Gegenzug ihrem Hausherrn ein renoviertes Kirchendach zu schenken.
eb, aus dem Main-Echo vom 9.12.2009