Mittwoch, 5. Dezember 2007

Wüst neuer Melomania-Chef

Löst Vorsitzenden Gabriel Autz nach 28 Jahren ab

Aschaffenburg. Eine Ära geht zu Ende beim Musikverein Melomania Obernau: Nach 28 Jahren an der Vereinsspitze hat Gabriel Autz auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Seine Nachfolge tritt Ralf Wüst an. Die Generalversammlung wählte Wüst am Wochenende einstimmig zum neuen Vorsitzenden.

Als stellvertretender Vorsitzender bleibt Autz dem Musikverein erhalten. Er bildet mit Gerhard Wüst und Albert Kolb den Wirtschaftsausschuss und ist für das Vereinsheim verantwortlich. Zum neuen Vorstand gehören weiter Schriftführer Waldemar Sebesta, Protokollführer Robert Braun, Kassier Rainer Ebert, die Jugendleiter Klaus Reibenspiess und Klaus Hock, Zeugwart Peter Fischer, Sandra Weippert sowie Astrid Völker, Jutta Jung und Klaus Nolte (Vergnügungsausschuss und Kassenprüfung).

Autz habe den Grundstock gelegt für »den Erfolg und die Beliebtheit der Melomania in der ganzen Region Aschaffenburg«, betonte Dirigent Horst Grimm in seiner Laudatio. Als Autz 1979 gewählt wurde, war er mit 25 Jahren der jüngste Vereinsvorsitzende, den es jemals in Obernau gegeben hatte. Dass es ein Rekord auch in punkto Amtsjahren würde, ahnte damals niemand. »Mal sehen, wie lange er durchhält«, hieß es recht bald, denn die Amtszeit begann mit einem Paukenschlag: Nach nur einem halben Jahr löste sich die vereinseigene Kapelle auf.

Dem frischgebackenen Vorsitzenden, der plötzlich ohne aktive Musiker dastand, blieb nichts anderes übrig, als seinen Jugendleiter Walter Ebert von Haus zu Haus zu schicken, und bei Jugendlichen und deren Eltern in Obernau zu fragen, ob der Nachwuchs ein Blasinstrument spielen lernen wolle. Auf diese Weise kam nach einigen Monaten eine motivierte Truppe Jugendlicher zusammen.

Der musikalische Erfolg hält bis heute an: Vom internationalen Blasmusikfestival in Nesselwang brachte die Kapelle den »Silbernen Euregio-Pokal« nach Obernau. Dahinter steckt harte Arbeit, wie die Statistik zeigt: Sie verzeichnet genau 100 Einsatztage für Proben und Auftritte. Kehrseite der Medaille: Die Jugend ist immer weniger bereit, ihre Freizeit in diesem Ausmaß für einen Verein zu opfern. Umso mehr freut sich die Melomania über die zwei neue Leistungsabzeichen der Nachwuchsspieler und über die acht Musiker aus ihren Reihen, die im Orchester des Blasmusikverband Vorspessart spielen dürfen.


eb, aus dem Main-Echo vom 05.12.2007