Dienstag, 9. Oktober 2007

Der Himmel über Obernau

Neuer Kulturweg ist Nummer 63 im Spessart - Erstbegehung mit 200 Wanderern

Aschaffenburg. Den Teilnehmern der Eröffnungsfeier ist am Samstag klar geworden, warum der 63. Kulturweg des Spessarts »In Obernau ist der Himmel blau« heißt. Nach einer ökumenischen Andacht unter der strahlenden Herbstsonne, begleitet durch die Bläser der Kapelle Melomania, gab Oberbürgermeister Klaus Herzog zweihundert Wanderern den Startschuss für die Erstbegehung des Kulturwegs.

Mit dem Motto für den fünften Kulturweg innerhalb Aschaffenburgs haben die Verantwortlichen des Archäologischen Spessartprojekts nicht nur an das schöne Herbstwetter gedacht, sondern auch an die zweite Verszeile der Obernauer Lokalhymne »... da tanzt der Ziegenbock mit seiner Frau«. Ziegen waren zu früheren Zeiten in Obernau als »Kuh des kleinen Mannes« das meistgehaltene Haustier. Zur Aufbesserung ihres Säckels erwog die Gemeinde zeitweise sogar eine »Ziegenbockumlage«. »Wer die schöne Landschaft Obernaus vor Augen hat, der muss einfach vor Freude tanzen wie der Ziegenbock auf dem Brunnen«, meinte Herzog und wies auf den Geißenbrunnen hin, den sein Vorgänger Willi Reiland gefördert hatte und an dem der neue Kulturweg nun vorbeiführt.

Pflegen und erhalten

Dass die Sehenswürdigkeiten am Rande des Kulturweges gepflegt und erhalten werden müssen, ist für Obernaus Vereinsringvorsitzenden Frank Cornel entscheidend. Viele Obernauer Bürger hätten als Privatpersonen oder als Mitglieder von Pfarrei und Vereinen die Wald- und Wendelinuskapelle, die Mariengrotte, die Flurkreuze und die Bildstöcke gepflegt.

Für die schnelle Realisierung des Weges in einem knappen Jahr, so Cornel, hätten auch die Sponsoren gesorgt, dazu der Leiter des Spessartprojekts, Dr. Gerrit Himmelsbach, mit seinen Mitstreitern aus Obernau, allen voran der Arbeitskreisvorsitzende Klaus Hapke.

Maria Quittek von der unteren Naturschutzbehörde wies die Wanderer, die sich unter Apfelbäumen unterwegs mit Schlaraffenburger Apfelsaft erfrischten, darauf hin, dass sie diese Naturgabe der Bewahrung der Kulturlandschaft mit ihren Streuobstwiesen zu verdanken hätten. Hier stünden die Grundstückseigentümer in der Verantwortung. Wer die wertvollen Wiesen nicht selbst pflegen könne, den informiere ihre Dienststelle gerne über die Möglichkeit, Spezialfirmen zu beauftragen.

Schlussrast nach drei Stunden

An jeder der sechs Stationen gab es ausführliche Erläuterungen, und so brauchten die Teilnehmer für sechseinhalb Kilometer fast drei Stunden. Ein willkommener Abschluss war da die Schlussrast mit »Quetschekuche« vom Blech, »Krumbernsupp« aus der Gulaschkanone der Rotkreuzbereitschaft und Musik von der Mandolinengruppe des Wandervereins, organisiert vom Vereinsringvorstand.
Ernst Bäppler, aus dem Main-Echo vom 08.10.2007