Mittwoch, 7. Dezember 2011

Mandolinenklänge und Kinderstimmen

Adventskonzert der Obernauer Vereine in der Pfarrkirche St. Peter und Paul - Chöre und Jugendkapelle

Aschaffenburg Die ersten Mandolinenklänge versprechen anheimelnde Weihnachtsgrüße: Mit ihrem Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Peter und Paul haben die Obernauer ihrem Heiland einen herzlichen Empfang bereitet. »Im Advent will Gott bei uns ankommen. Wir müssen ihn nur in unsere Herzen lassen«, begrüßte Pfarrer Monsignore Erhard Krot seine Gemeinde.

Der Auftritt der Mandolinengruppe des Wandervereins »Edelweiß« unter der Leitung von Birgit Pezza füllte das Kirchenschiff mit adventlichem Zauber. Leise und innige Töne entlockten David Geiling und David Wejda ihren Gitarren. Virtuose Einlagen der Flötistin Dagmar Regh und des Klarinettisten Elias Schildge zeigten, welch musikalische Talente in Obernau heranreifen.

Junges Pflänzchen gedeiht gut

Die jungen Sänger des Chors »in Takt« begeisterten mit frischen Stimmen und musikantischem Schwung. Hoffnungsvollen musikalischen Nachwuchs gibt es auch beim Musikverein »Melomania«.

Wer das Heranreifen der von Karin Sebesta geleiteten Jugendkapelle »Sniggers« begleitet, darf staunen, wie das vor zwei Jahren gesäte Pflänzchen erblüht ist.

Damit ist es auf dem besten Weg dorthin, wo sich seine etablierten und von Horst Grimm geleiteten Musikerkollegen bereits befinden. Mit »Song Of Adoration«, einer Paraphrase über »Lobet den Herren«, gelang ihnen ein prächtiges Loblied.

In diesen Jubel stimmte der Organist Manuel Bender mit Improvisationen über das Lied »Wachet auf, ruft uns die Stimme« ein.

Innig und klangschön

Mit seinen drei Formationen ist der Gesangverein »Harmonie« eine Säule jedes Obernauer Adventskonzerts. Begleitet von Johannes Herold am Keyboard sowie von Milena Caspers und Jennifer Ott an der Querflöte besang der von Hubert Stripp geleitete Kinderchor die himmlischen Heerscharen so innig und klangschön, dass man ins Träumen geriet.

Mit »Christmas Lullaby« sangen die Harmonie-Singers das Kind in der Krippe förmlich in den Schlaf. Bald hat es Geburtstag, denn »der große Tag ist nicht mehr weit«, weiß der gemischte Chor voller Freude zu berichten.

Mit Engelbert Humperdincks Oper »Hänsel und Gretel« entließen die Obernauer Sänger ihre schier verzauberten Zuhörer schließlich in den Abend des zweiten Adventssonntages.

Ernst Bäppler, aus dem Main-Echo vom 06.12.2011

Dienstag, 19. April 2011

Reine Musizierfreude

Frühlingskonzert: Melomania Obernau bläst die »letzten Winterwolken« weg - Schwungvoll und harmonisch


Aschaffenburg  »Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist«. Dieses Zitat von Victor Hugo stand im Programmheft zum Frühlingskonzert des Musikvereins Melomania Obernau, das wie jedes Jahr am Vorabend des Palmsonntags in die gut gefüllte Obernauer Mehrzweckhalle lockte.

Den Berichterstatter hätte das Zitat in Verlegenheit bringen können, ebenso die »Melomanen« selbst, die ihn im Vorfeld einen Musikwunsch hatten äußern lassen. Die gewählten vertrackten »Humoristischen Variationen über’s Kommt ein Vogerl geflogen« waren für die Musiker eine Herausforderung. Das bekannte Kinderlied wird im Werk des 1858 in Frankfurt am Main geborenen Komponisten Siegfried Ochs nach allen Regeln der Kunst parodiert.
 
Zwitschernde Querflöten, sonnig-wärmende Klarinetten: 
Die Melomania Obernau erfüllt beim Frühlingskonzert in der Mehrzweckhalle die Erwartungen der Zuhörer. 
Foto: Ernst Bäppler


Drei Monate geprobt


Drei Monate lang hatte die Kapelle in den Proben an dieser harten Nuss zu knacken. Dann überwanden sie alle Klippen der schwierigen Partitur und schüttelten ihre reine Musizierfreude nur so aus dem Handgelenk: Nach Einkleidung in eine Bach‘sche Fuge »wagnerte« das bekannte Volkslied kräftig, dann wieder kam es mit Straußscher Walzerseligkeit daher, um danach als feuriger Triumphmarsch à la Verdi zu enden.


So muss ein Frühlingskonzert klingen: Die Querflöte zwitschert wie ein Vogerl im Lenz, die Klarinetten bescheren segnende Wärme und das Blech bläst die letzten Winterwolken vor den goldenen Sonnenstrahlen weg.


Dies geschah auch in einem lustigen »Terzettino« mit dankbaren solistischen Aufgaben für die Klarinettisten Kristina Brand, dem Flügelhornisten Gerhard Wüst und dem Tenorhornbläser Heinz Ebert oder beim hinreißenden Trompetensolo von Volker Caspers in »Ciribiribim«.


Ob beim Vorspiel zu »Hänsel und Gretel«, dem feurigen »Mährischen Tanz«, dem sonnigen kalifornischen Bilderbogen oder dem schmissigen »Polnischen Konzertmarsch«: Immer erwiesen sich die Melomanen als aufeinander hörende, blitzschnell reagierende und sauber intonierende Musikanten.


Dirigent Horst Grimm achtet stets auf die Klangbalance, in der keine Instrumentengruppe die andere erdrückt. So gerieten auch die »Fascinating Drums«, die Schlagzeuger Fabian Weippert mit seiner Percussion erzeugte, zu einem gemeinsam mit den begleitenden Holz- und Blechbläsern schwungvollen harmonischen Ganzen.


Zum abendfüllenden Programm gehört auch eine Vorgruppe, die »Sniggers«, die von Karin Sebesta betreuten und dirigierten Jungmusikanten, deren Nesthäkchen gerade einmal sieben Lenze zählt. Mit einem reizvollen Potpourri aus Rossinis »Wilhelm-Tell-Ouvertüre«, einem poppigen »Song For You« und einer vom Publikum als Zugabe ertrotzten »Arabesque« zeigten sie, dass in ihren Adern schon echtes Musikantenblut fließt und dass sie zu Recht nach »ganz oben« wollen.


So war es zumindest herauszuhören aus der diesen Teil moderierenden liebenswert-kecken »Sniggerin« Sophia Nätscher, die in punkto Humor und Schlagfertigkeit den beiden mit Ironie und Wortwitz durchs Programm führenden Christian Heidemann und Alexander Noe in gar nichts nachstand. 


Eine Überraschung hat die Jugendkapelle >>Sniggers<< beim Frühlingskonzert in der Obernauer Mehrzweckhalle erlebt: Bayerns oberster Blasmusiker ließ es sich nicht nehmen, zwei Jungmusikerinnen des Musikvereins Melomania zu ehren. Peter Winter, Präsident des Bayrischen Blasmusikverbandes und des Blasmusikverbandes Vorspessart, verlieh das Jungmusikerabzeichen des Deutschen Blasmusikverbands in Bronze an Sabrina Mayer. Sie spielt bereits auch in der Erwachsenen-Kapelle mit. Mit dem Junior-Leistungsabzeichen zeichnete er Monia Hubmann aus.

Ernst Bäppler, aus dem Main-Echo vom 19.04.2011

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Sie haben den Verein in Schwung gebracht

Ehrung: Oberbürgermeister Herzog zeichnet verdiente Mitglieder des Musikvereins Melomania Obernau aus

Aschaffenburg Vor 55 Jahren ist der Musikverein Melomania Obernau gegründet worden. In einer Feierstunde wurden nun zwölf Mitglieder, die vor einem halben Jahrhundert den Verein in den ersten Jahren in Schwung brachten, für ihre Treue geehrt.

Toni Jäger, Rudi Wenzel, Wallfried Völker, Kunibert Wadel, Waldemar Closen, Kurt Schüssler und Eduard Kullmann erhielten von Oberbürgermeister Klaus Herzog die goldene Ehrennadel des Blasmusikverbands Vorspessart. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden außerdem geehrt: Hardo Dollmeier, Karl Füller, Robert Jäger, Anni Schmitt und Kurt Schüssler.

Die ebenfalls ausgezeichnete Anneliese Rienecker war das erste weibliche Vereinsmitglied. Als junge Fahnenträgerin sei sie ein besonders anmutiges Aushängeschild bei Umzügen und öffentlichen Auftritten gewesen, erinnerte sich Klaus Herzog, der seine Kindheit in Obernau verbracht hat. Bei Festumzügen sei er selbst gern vorneweg marschiert und habe die Schiefertafel mit dem Vereinsnamen hochgehalten, wodurch er sich bei der »Melomania« manchen Groschen verdient habe.

Auch zum Ort der Mitgliederehrung habe er eine besondere Beziehung, so Herzog: Bevor die Kapelle ihr heutiges Vereinsheim bezog, befand sich an gleicher Stelle der frühere Obernauer Kindergarten, den Klaus Herzog als Dreikäsehoch besuchte.

22 weitere Mitglieder wurden für 25 und mehr Zugehörigkeitsjahre geehrt. Unter ihnen befinden sich mit Stefanie Caspers und Stefanie Mayer zwei seit 1981 ununterbrochen aktive Musikerinnen. Sie haben sich auch in der eigenen Familie um den Vereinsnachwuchs verdient gemacht. Sabrina Mayer und die Geschwister Milena und Philipp Caspers gehören mittlerweile zu den Stützen der Jugendkapelle »Sniggers«, die in kleiner Besetzung gemeinsam mit Monia Hubmann mit weihnachtlicher Bläsermusik eine gelungene Kostprobe ihres Könnens ablieferten.

eb, aus dem Main-Echo, vom 15.12.2010


Ehrungen für 50-jährige Mitgliedschaft beim Musikverein Melomania (von links): Waldemar Closen, Eduard Kullmann, Toni Jäger, Rudi Wenzel, Oberbürgermeister Klaus Herzog, Annelies Rienecker, Kunibert Wadsel, Wallfried Völker, Vereinsvorsitzender Gabriel Autz. Foto: Ernst Bäppler

Mittwoch, 7. April 2010

Den Winter weggeblasen

Konzert: Melomania Obernau offeriert bunten Frühlingsstrauß an Melodien mit viel Witz und viel Können

Aschaffenburg Zu den unzähligen Narzissen und Forsythien, die Obernau mit dem lang ersehnten gelben Blütenmeer überzogen, gesellte sich ein weiterer Frühlingsgruß hinzu: Einen bunten Strauß blühender Melodien überreichten die Solisten des Musikvereins Melomania in der voll besetzten Mehrzweckhalle des Stadtteils ihrem Publikum.

Mit der gleichen Vitalität, mit der der Lenz nach zähen Winterwochen auszubrechen pflegt, legte sich die Kapelle ins Zeug, um es hinaus zu posaunen: Die Schönste aller Musen ist die Musik. Längst überwunden sind die Zeiten, in denen die Darbietungen eines Musikvereins als »Dicke-Backen-Musik« belächelt werden durften.

Gelungenes Potpourri

An jene vergangenen Tagen erinnern nur noch die Lederhosen und Dirndl des Bühnenoutfits. Was Dirigent Horst Grimm den dicken Backen der Mannsbilder und den anmutigen Wangen ihrer weiblichen Mitstreiter entlockte, war weit entfernt von dem, was Mozart einst in seinem »Dorfmusikantensextett« trefflich karikierte. Ein gelungenes Potpourri aus dem Schatzkästlein der Musik stand auf dem Programm - von Werken, die ehrfurchtgebietend eine Opuszahl tragen bis hin zu Popklängen der Jetztzeit.

Bereits im ersten Stück glänzte die Holzbläsergruppe, der erstmals auch eine Bassklarinette angehörte. Das stets transparente Klangbild ließ jedes einzelne Instrument klar zur Geltung kommen, vor allem wenn der Flötenton von Karin Bramm mit Klarinetten und Hörnern in Zwiesprache trat. So in der Marinarella-Ouvertüre opus 215 des böhmischen Meisters Julius Fucik, in der unzählige Temposprünge und Tonartwechsel zu meistern waren. Eine Fülle von musikalischen Einfällen birgt dieses Werk. Böse Zungen behaupten, wenn man diese etwas streckt und mehrmals umrührt, würde Andrew Lloyd Webber zehn Musicals daraus kochen.

Dass man dem Briten damit Unrecht tut, bewies seine melodienreichen Suite aus »Das Phantom der Oper«. Die gleiche musikalische Höhe erreichte die mit einem Oscar prämierte Filmmusik von John Barry zu »Der mit dem Wolf tanzt«. Horst Grimm und sein Ensemble trafen hier haargenau die Sprache des großflächigen Hollywood-Sounds und versetzten die Zuhörerschar in Cinemascope-Theater.

Die Melomanen können aber auch Kollegen aus ihren Reihen das musikalische Fundament für virtuose Kabinettstückchen liefern, so Volker Caspers für seine Trompetensoli in »O Mein Papa« und den Hornisten Heinz Ebert und Alexander Maier beim rasanten »Tenorhorn-Bariton-Galopp« aus der Slowakei. Dass derartige Auftritte »da capo« verlangt wurden, lag auf der Hand.

Soloinstrument Schreibmaschine

Das galt auch bei dem Soloinstrument »Schreibmaschine« in Leroy Andersons köstlichem »Typewriter«. Dem musikalischen Ulk standen die Späße des gut aufgelegten Moderatorenteams aus den Reihen der Kapelle in nichts nach. Ihre witzige und ironische Art, die jeweiligen Stücke anzukündigen, genießt in Obernau fast schon Kultstatus.

So hieß es: »Sie versuchen, aus ihren Instrumenten herauszuholen, was irgendwie an Musik erinnert«. Angekündigt wurde damit der Auftritt der Jugendkapelle »Die Schniggers« unter der Leitung von Karin Sebesta. Dieser Seitenhieb verdross den Nachwuchs keineswegs. Mit »We will rock you« brachten die 14 Jungmusiker zwischen 8 und 14 Jahren den ganzen Saal in musikalische Aufruhr.


Die Jugendgruppe »Die Schniggers« unter der Leitung von Karin Sebesta beweist beim Frühlingskonzert der Melomania Obernau ihr Talent.


Bei der vom romantischen Bläsersound begleiteten Ballade »Can You Feel The Love Tonight« von Elton John sang sich der erst neunjährige Andi Netscher erst von seiner Nervosität frei und danach rasch in die Herzen aller Zuhörer.

Zur Pophymne »Heal The World« nahmen die »Großen« den Nachwuchs auf der Bühne fürsorglich in ihre Mitte und sorgten so für den stimmungsvollen Ausklang. Michael Jacksons Hoffnung mag sich zwar in Bezug auf die Welt als Ganzes noch nicht erfüllt haben. »Geheilt« wurden aber durch den Konzertgenuss mit Sicherheit alle Besucher, die nach vielen kalten Wochen bis jetzt noch unter einer Winterdepression gelitten hatten.

Ernst Bäppler, aus dem Main-Echo vom 7.04.2010


Das bronzene Leistungsabzeichen überreicht der Blasmusikverbands-Bezirksvorsitzende Gabriel Autz (rechts) bei der Melomania Obernau an Fabian Weippert, Antonia Wienand, Leonie Schäfer und Eva Schieck (von links). Das Junior-Leistungsabzeichen erhielten Marcel Wüst, Milena Caspers, Tobias Wüst, Philipp Caspers und Nicolas Wüst. Fotos: Peter Katzendobler

Dienstag, 22. Dezember 2009

Alpenländische Hirtenromantik und Christmas-Party

Konzert: Adventsmusik in voll besetzter Obernauer St.-Peter-und-Paul-Kirche - Erlös für neues Kirchendach

Aschaffenburg  »Auf Weihnachten zugehen, egal ob mit langsamen oder schnellen Schritten, das ist Advent«, so Obernaus Pfarrbeauftragte Karin Farrenkopf-Párraga. Am besten gelinge dies musikalisch. Beim Adventskonzert in der Pfarrkirche St. Peter und Paul waren dann auch zahlreiche musikalische Talente zu bewundern, die das Weihnachtsfest mit ihren Werken ein Stück näher brachten.

Die Kirchenbesucher in weihnachtlich-winterliche Stimmung zu versetzen, das schaffte die Mandolinengruppe des Wandervereins unter Birgit Pezza gleich zu Beginn mit Bravour. Schon nach den ersten Takten ihres Potpourris aus bekannten Weihnachtsliedern ließen zarte Saitenklänge den Zauber von Hirtenromantik in einer schneegezuckerten Weihnachtslandschaft entstehen.

Wiegenlied und Klassik

Diese Stimmung setzte sich fort in den leisen Tönen, die Regina Brinck und Luitgard Hößbacher auf ihren Blockflöten und Felix Bitzer, Fabian Maier und Andreas Kreß auf ihren Gitarren mit einem Wiegenlied und klassischen Stücken von Haydn und Carulli hervorzauberten. Die Völker feiern auf vielfältige Art Weihnachten und so abwechslungsreich sorgte auch der Musikverein Melomania für vorweihnachtliche Gefühle.

Alpenländisch-beschaulich kam die Hirtenmusik der von Klaus Wombacher angeführten Klarinettengruppe daher. Auf einer rasanten Fahrt mit dem Weihnachtsschlitten, dem »Rudolph, The Red Nosed Reindeer« vorgespannt war, ging es mit der Jugendkapelle »Sniggers« und ihrer Leiterin Karin Sebesta am Zügel zu einer amerikanischen Christmas-Party.

Mit »Reflections Of This Time« vereinigten sich schließlich alle Musiker unter der Stabführung von Horst Grimm zu einem großartigen Weihnachtshymnus des 21. Jahrhunderts. Vier Formationen des Gesangvereins Harmonie begaben sich mit den Konzertbesuchern auf den Weihnachtsweg.

Wichtiger Wegbereiter war Hubert Stripp, der sowohl das Männer-Doppelsextett mit seinen herrlichen raumfüllenden Bass- und Tenorstimmen als auch den Kinderchor mit Weihnachtsliedern aus Romantik und der Welt der Popmusik zu höchsten Leistungen animierte. Erstaunlich war das hohe Niveau der jungen Nachwuchssänger zwischen drei und 15 Jahren: Hier glänzten junge Solistinnen im musikalischen Dialog mit den Chorsängern.

Glanzpunkt Abendsegen

Die Darbietungen der »Harmonie-Singers« und des gemischten Chors unter Toni Junker setzen weitere Glanzpunkte. Besonders gelungen war Humperdincks Abendsegen aus der Oper »Hänsel und Gretel«.

Musik ist eine Gottesgabe, heißt es, und so genossen es die Konzertbesucher in der voll besetzten Pfarrkirche, sich von ihrem zuvor vielfach besungenen himmlischen Vater reich beschenken zu lassen. Gleichzeitig revanchierten sie sich auf irdische Weise mit Scheinen und Münzen, um im Gegenzug ihrem Hausherrn ein renoviertes Kirchendach zu schenken.

eb, aus dem Main-Echo vom 9.12.2009

Melomanen musizierten beim Adventskonzert in St. Konrad

Weihnachtslieder auf Bantu gesungen - Solistin Bridget Juma-Dotzer aus Sambia beim Gesellschaftsclub Concordia in St. Konrad

Unter der Leitung von Dieter Chevalier sang der Chor aus dem Amerikanischen eingedeutschte Klassiker wie »Weißer Winterwald« und »Glöckchen läut« ebenso wie Volkstümliches mit »Heilige Zeit«, »Auf, auf ihr lieben Schäfer«, »Hell vom Turm die Glocken künden« und das in Hösbach entstandene »Sterne, Sterne der heiligen Nacht«.

Die in leuchtend rote Westen gekleideten Männer der Concordia überzeugten mit ihrer deutlichen Aussprache und folgten ihrem Dirigenten mit exakten Einsätzen und deutlichen Phrasierungen.

Organist Karsten Schwind eröffnete das Konzert mit »Gelobet seist Du, Jesus Christ« von Johann Sebastian Bach und steuerte mit Dietrich Buxtehudes Präludium und Fuge in d-Moll ein gekonnt vorgetragenes Werk bei. Im Präludium fulminant, in der Fuge den Raumklang betonend, die Übergänge glänzend herausarbeitend, brachte Schwind die Musik des Barockkomponisten dem Publikum näher.

Alphörner von der Empore

Von der Empore herunter war der Klang des Trennfurter Alphorn-Trios ein Erlebnis: warm und weich, harmonisch, jubilierend und mit sattem Klang. Aus der befreundeten Melomania Obernau entstammen die Ensembles Melo Brass und Windspiel. Horst Grimm leitet das fünfköpfige Blechbläser-Ensemble Melo Brass, das schwungvoll und akkurat, stilistisch sicher und temperamentvoll agierend den Höhepunkt des Abends lieferte.

In einer Bearbeitung von Horst Grimm bot das Ensemble ein einfallsreich arrangiertes, präzise vorgetragenes »Rudolf the Red-nosed Reindeer«, das Lust auf mehr in dieser Art machte. Dvoraks Thema aus der »Neuen Welt« brachte die Brass Band in gelungener Interpretation, »The first Noel« und »Ding Dong Merrily on High« wurden zügig mit anspruchsvollem Arrangement vorgetragen.

Windspiel nennen sich die Klarinettisten Klaus Wombacher, Kristina Brand und Karin Bramm, die mit genauem Zusammenspiel eine wundervolle Klangvielfalt erzeugen. Fröhlich und beschwingt, zart, verträumt und leise - immer fanden sie den Zugang zu den Arrangements, die sich der Kompositionen Mendelsohn Bartholdys, Sear-Willis‘, Percy Halls und Peter Seegers annahmen.

Ohne Pathos

Mit viel Applaus bedachte Solistin des Adventskonzerts war Bridget Juma-Dotzer aus Sambia, die in ihrer Muttersprache Bantu »Lass uns den Herrn anbeten« und »Mein Herr ist geboren« vortrug. Beeindruckend, wie diese zierliche Frau so ganz ohne Pathos a capella ihre melodiösen Weisen anstimmte, unangestrengt, fast leise und doch bis zum letzten Platz deutlich vernehmbar. Eine ausdrucksstarke, modulationsfähige und mit großer Bandbreite ausgestattete Sopranistin, deren Auftritt alleine schon den schneeglatten Aufstieg zur St.-Konrad-Kirche belohnte.

Der Spendenerlös und der Verkauf von Kinderpunsch, Glühwein und Bratwurst im Anschluss vor der Kirche war der Pfarrjugend von St. Konrad zugedacht zur Wiederbeschaffung eines Zelts. Als Dank dafür, dass Pfarrer Charles Kelly zum zehnten Mal das Adventskonzert moderierte, erhielt der Ire aus den Händen von Franz Weigel, der die Gesamtleitung inne hatte, ein grünes Messgewand.

Bernd Bauer, aus dem Main-Echo vom 22.12.2009

Donnerstag, 29. Oktober 2009

40 000 Takte Blasmusik

Benefizkonzert:
Fast elfstündiger Genuss für 500 Blech-Fans in Obernau
Teil des Erlöses für »Sternstunden«

Aschaffenburg 40 000 Takte Musik: Dieses Mammutprogramm haben Blech-Fans am Sonntag in der Obernauer Mehrzweckhalle genossen. »Sterne der Blasmusik« stand über dem Konzert, in dem vier erstklassige Kapellen auf Einladung des Musikvereins Melomania in fast elf Stunden bewiesen, dass sie zu den Stars unter den Amateuren ihres Metiers zählen.

Freuen durften sich nicht nur die 500 Zuhörer im Saal. Freude auch bei der Aktion »Sternstunden« des Bayerischen Rundfunks«: An sie fließt ein Teil des Kartenerlöses.
»In böhmischer Musik scheint die Sonne«, urteilte einst der große Johannes Brahms. Tatsächlich: Eine milde Oktobersonne riss wie bestellt die Wolkendecke auf, als Kapellmeister Anton Müller den Musikanten von »Blech & Co« den Einsatz zum flotten Marsch vom Moldaustrand gab. Als sich dann ein Gesangsduo in fescher Tracht mit »Grüß Gott, es ist schön, bei euch zu sein« vorstellte, hatten die Musiker aus der Nähe von Augsburg das Publikum sofort auf ihrer Seite.
»Blech & Co« wurde voriges Jahr zum Deutschen Meister der »böhmisch-mährischen Blasmusik« gekürt. Diesen Spitzenplatz erreicht nur, wer ein so abgedroschenes Stück wie den »Alten Dessauer« so liebevoll ironisch, mit Soloeinlagen gewürzt, schmettert, als wäre er gerade frisch komponiert.
Wenn sich Menschen im Urlaub langweilen, kommen sie oft auf dumme Gedanken. Nicht so sieben Solisten des fränkischen Jugendblasorchesters Werneck. Auf einer Wanderung kam ihnen vor 15 Jahren die Idee, ein kleines, aber feines Bläserensemble zu gründen. Damit begann die von TV-Auftritten gekrönte Erfolgsgeschichte von »Wanderblech«. Mit traditioneller und klassischer Blasmusik, Jazz- und Dixieklängen begeistert die Truppe ihr Publikum. Obwohl nur ein Septett, erzeugten die Schweinfurter in Obernau die Klanggewalt eines vollbesetzen Blasorchesters.
Heimspiel am Untermain
Ein »Heimspiel« am Untermain hatten die Kinzbach-Musikanten, in deren Händen auch die musikalische und organisatorische Gesamtleitung des Mammut-Konzerts lag. Die Truppe mit Musikanten vom ganzen Untermain hat 2005 der damals erst 19-jährige Andy Schreck gegründet. Zwei Jahre später wählte man sie unter die fünf besten europäischen Amateur-Blasorchester.
Der immer noch sehr jugendliche Dirigent arbeitet wie ein alter Hase und entlockt seinen 20 Musikern für ein Amateurorchester unglaubliche Harmonien und Klangfarben. Ob Bläsersoli, wirbelndes Schlagwerk oder die Gesangseinlagen von Christine Büttner und Hans Hell, alle 25 (!) Stücke klangen wie aus einem Guss. Mit dem von Andy Schreck zu einem Spessartmarsch arrangierten Spessartlied des Elsenfelders Georg Keimel gab es sogar die Uraufführung einer neuen Hymne. In die Herzen der Zuhörer sang sich Christine Büttner mit Kaiserin Elisabeths Lied »Ich gehöre nur mir« aus dem Musical »Elisabeth«.
»Wilfried Rösch und seine böhmischen Freunde« waren das Schmankerl am Schluss des Konzerts. Die 26 Musiker aus Oberschwaben ließen Bläserklang und Hörnersang auf das Publikum niederprasseln. Dirigent Rösch hat mit weichen, stets schwungvollen Gesten sein Ensemble voll im Griff, ebenso den Saal: Ein kurzer Blick, eine kleine Handbewegung - und schon war Mitschunkeln, Mitklatschen oder Lichterschwenken angesagt.
Stürmisch vorwärtsdrängende Polkaklänge, romantische Hommagen an Ernst Mosch und solistische Glanzleistungen sorgten dafür, dass fast alle Stücke »da capo« gegeben werden mussten. Zum Schluss erklomm ein Alphornbläser einen Tisch, die ihn begleitenden Blechbläser taten ihm gleich, der Dirigent mit dem Rest stand auf der Bühne. Bei aller Gaudi ein musikalischer Glanzpunkt.
Viel versäumt
Die Blechfans im Saal kamen aus ganz Unterfranken und Südhessen. Auch Obernauer waren gut vertreten - nämlich die aus Obernau am Neckar vom dortigen Patenverein, der mit einer Abordnung angereist kam. Nur die Obernauer vom Main fanden kaum den Weg herauf in ihre Mehrzweckhalle. Sie ahnen nicht, was sie versäumt haben...
Ernst Bäppler, aus dem Main-Echo vom 27.10.2009